Burgspiele Güssing
1994 Iwein der Mächtige Buch: Paul Rauchbauer/Heinz Koller
Regie: Oliver Ciontea, Musik: Franz Stangl
Bühne: Heinz Ebner
1995 Süleyman der Prächtige Buch: Heinz Koller, Regie: Peter Wagner
Musik: Franz Stangl
Bühne: Heinz Ebner/Günter Temmel
1996 Teufel, Tod & Hex Buch und Regie: Peter Wagner
Musik: Franz Stangl/Arthur Fandl 
Bühne: Günter Temmel
1997 Die weisse Frau Buch und Regie: Peter Wagner,
Musik: Arthur Fandl
Bühne: Günter Temmel
1998 Der Tribun Buch: Josef Dirnbeck; Musik: Franz Stangl
Regie: Martin Weinek/Harald Posch
Bühne: Erich Sperger
1999
2000
Landflucht Buch: Josef Reichl, Epilog: Christian Putz
Regie: FRANK HOFFMANN, Musik: F.Stangl
Bühne: Maria Hoffmann
2001 Der Kampf ums Recht Nach dem Roman von Karl J. Homma
Spielfassung, Regie: Frank Hoffmann
Musik: F. Stangl. Bühne: Felix Grünwald
2002 Am Grenzweg Spielfassung, Regie: Frank Hoffmann
Musik: Manfred Hotwagner, Franz Stangl
Liedertexte: Heinz Koller
Bühne: Felix Grünwald
2003 Der Güssinger
JEDERMANN
Spielfassung, Regie: Frank Hoffmann
Bühne: Felix Grünwald
2004 Die Kreuzelschreiber Buch: Ludwig Anzengruber
Regie: Frank Hoffmann
Bühne: Felix Grünwald
2005 Ich, Andreas Baumkircher Buch: Josef Otto Lämmel
Regie: Erhard Jungnikl, Musik: Franz Stangl
Bühnenbild: M. Hotwagner, Edda Zapfel
2006 Der Verschwender Buch: Ferdinand Raimund
Regie: Erhard Jungnikl
Musik: Conradin Kreutzer/Franz Stangl
Bühnenbild: Manfred Hotwagner, Edda Zapfel
2007 1. Der Bauer als Millionär

2. Das Mädchen aus der Feenwelt

Buch: Ferdinand Raimund
Regie: Laszlo Maleczky
Musik: Josef Drechsler/Franz Stangl
Bühnenbild: Manfred Hotwagner, Edda Zapfel
2008 1. Der böse Geist Lumpazivagabundus

2. Lump-zapadump-Lumpazi

Buch: Johann Nepomuk Nestroy
Regie: Laszlo Maleczky
Musik: J. Drechsler/L. Maleczky/Herbert Kopitar
Bühnenbild: Edda Hotwagner
2009 1. Der Talisman
/
2. Didus Feuerkopf
Buch: Johann N. Nestroy / Laszlo Maleczky
Regie: Mara Kömives
Musik: Herbert Kopitar, Laszlo Maleczky
Bühnenbild: Heinz Gurdet
2010 1. Ein idealer Gatte
/
2. Das Gespenst von Canterville
1. u. 2. Buch: Oscar Wilde
1. Spielfassung, Musik, Regie: Friedl Gamerith /
2. Spielfassung, Musik: Friedl Gamerith
2. Regie: Sabine James, Bühnenbilder: Heinz Gurdet
2011 1. Charleys Tante
/
2. Peter Pan
1. Buch: Brandon Thomas
1. Spielfassung, Musik, Regie: Friedl Gamerith
2. Spielfassung, Regie: Sabine James
2. Musik: Friedl Gamerith; Bühnenbilder: Heinz Gurdet

 

Chronik
Nach jahrhundertelangem Dornröschenschlaf erwachte die romantische Burgruine Güssing zur Mitte des 20. Jahrhunderts wiederum zu neuem Leben: BURGSPIELE prägten sieben Jahre lang zur Sommer-Sonnenwende das Geschehen im wildromantischen Burghof. Die historischen Dramen "Iwein der Mächtige", "Im Zeichen des Halbmondes", "Husaren und Janitscharen", "Im Zeichen des Kreuzes" und "Grenzlandschicksal" (Buch Dr. Paul Rauchbauer, Musik Pr. Otto Strobl) wurden 1950 bis 1956 von einem ambitionierten Laienensemble aufgeführt, ehe das im südostösterreichischen Raum renommierte Spectaculum infolge organisatorischer Probleme, anscheinend unvermeidlicher persönlicher und politischer Ränkespiele, sowie wegen Verlagerung der Interessen der Verantwortlichen wieder sanft entschlummerte.

So mancher Versuch einer Reaktivierung versandete, doch in den Köpfen einiger Güssinger lebte die verklärte Erinnerung an die prächtigen Spiele der 50er Jahre weiter. Es sollten fast vier Jahrzehnte vergehen, ehe Güssing seine Burgspiele wieder bekam.

Seither sind nun schon 18 Lenze ins Land gezogen, und es hat sich - im Vergleich zu den "Gründertagen" - wenig Grundsätzliches verändert: Der Vorstand des Burgvereines und ein stetig in Bewegung bleibendes Ensemble (mehr als 400 Mitwirkende seit 1994) mit ungebrochener Spielfreude sind die Säulen der BURGSPIELE GÜSSING. Seit 2007 engagiert sich der Burgverein besonders in der Nachwuchsarbeit, mit einer vom Jugendensemble gespielten, zum jeweiligen Thema passenden Begleitproduktion.

Die 2010 eingeschlagene Linie mit Dramen internationaler Autoren ist eine neue Facette, und die beiden Produktionen haben inzwischen Eigenständigkeit, die vom Publikum sehr geschätzt wird. Nach den grandiosen Aufführungen 2011 wird diese Richtung auch 2012 beibehalten. Dies ist zugleich ein Zeichen von Beständigkeit und Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Gründern dieser Institution, allen Widrigkeiten zum Trotz. Gerade der Zulauf der Jugend berechtigt die Hoffnung für eine weitere positive Entwicklung der traditionsreichen BURGSPIELE GÜSSING - auch auf dem vom Publikum begeistert aufgenommenen, neuen Spielort am Fuß der Burg! Der Burgverein wird schon deshalb die Burg Güssing, von der er seinen Namen ableitet, "nicht aus den Augen verlieren" ...

Aktualisiert im Jänner 2012 von Heinz Koller

 
1994 konnten die legendären GÜSSINGER BURGSPIELE reaktiviert werden:
"IWEIN DER MÄCHTIGE" - das unter dem Titel "Das Güssinger Burgspiel" im bgld. Landesarchiv enthaltene Urstück von Dr. Paul Rauchbauer - wurde von Heinz Koller überarbeitet, Franz Stangl komponierte die Begleitmusik, und mit Unterstützung des Schauspielers Oliver Ciontea gelang es der Spielleiterin Klaudia Unger, eine Schar von Lehrerkollegen und ehemaligen Schülern für das Abenteuer Burgspiele zu begeistern. 3.500 Zuschauer in neun Vorstellungen honorierten die großartigen Leistungen des neuformierten Laienensembles.
"Großartig! Ich hätte nicht gedacht, dass so etwas in Güssing möglich ist!" war der Kommentar einer Güssingerin im TV-Bericht...


Klaus Stöger (Iwein), Oliver Ciontea (Wachtelsack)

 
1995 wurde "SÜLEYMAN DER PRÄCHTIGE" von Heinz Koller uraufgeführt.
Die Musik steuerte wiederum Franz Stangl bei, und mit Peter Wagner führte ein Mann des modern-experimentiellen Theaters Regie - was reizvolle Effekte in der Aufarbeitung des historischen Stoffes ergab. Das Thema bot auch die Möglichkeit, Kontakte zu den diplomatischen Vertretungen von Ungarn und der Türkei zu knüpfen.
Eine Hundertschaft von Laiendarstellern aus dem Großraum Güssing - mit Bürgermeister Peter Vadasz in der Titelrolle - begeisterte in 12 Vorstellungen rund 4000 Besucher.

Peter Vadasz als 'prächtiger Süleyman'
 
1996 brachte neuerlich eine Uraufführung: "TEUFEL TOD und HEX", Peter Wagners schauriges Schauspiel nach den Protokollen der Hexenprozesse von Eberau, brachte einen neuen Höhepunkt für die BURGSPIELE GÜSSING:
Vom Autor selbst inszeniert, von Franz Stangl und Arthur Fandl mit kontrastreicher Musik unterlegt, fand das Spiel in der nach Entwürfen von Günter Temmel in der Naturkulisse geschaffenen Bühne begeisterten Zuspruch. Die Life-Musik war ein Schritt in Richtung Musical, ein Experiment, das den Weg der Burgspiele des nächsten Jahres bestimmen sollte.

Hexentanz und Spiel mit dem Feuer
 
1997 wurde "DIE WEISSE FRAU - fast ein Musical" nach einer Sage von der Burg Bernstein - uraufgeführt. Buch und Regie: Peter Wagner, Musik: Arthur Fandl.
Bühnenbild: Günter Temmel. Eine neue technische Infrastruktur bot optimale Voraussetzungen für eine eindrucks- und anspruchsvolle Umsetzung des historischen Stoffes. 
Das Ensemble war inzwischen längst über den Status des herkömmlichen Laienentheaters hinaus gewachsen. Die Besucherzahlen konnten jedoch mit den Kosten für die aufwendigen Produktionen nicht Schritt halten, weshalb der Burgverein mit der Ausschreibung eines Literaturwettbewerbes einen Kurswechsel anstrebte.

"Die weiße Frau" als buntes Spectaculum im Burghof
 
1998 brachte "DER TRIBUN" von Josef Dirnbeck (1. Preisträger des Dramenwettbewerbes) eine Kurskorrektur in Richtung "Volkstheater". Inhalt: Der Vater-Sohn-Konflikt, am Beispiel des Militärtribuns von Steinamanger und seinem Sohn, dem späteren Bischof von Tours - heute Landespatron des Burgenlandes!
Regie: Martin Weinek/Harald Posch, Bühnenbild: Erich Maria Sperger. Musik: Franz Stangl.
Klaus Stöger - seit 1994 in Hauptrollen - als Hl. Martin; Otto Konrath gab den streitbaren Tribun, und Manfred Semler den Begleiter Sulpicius Severus.

"Der Tribun" (Otto Konrath) - die Nr. 1 auf der Burg
 
1999: "Landflucht", ein Schauspiel von Josef Reichl (+1924), dem literarischen Wegbereiter des Burgenlandes. Die Not der Bewohner dieses Landes zur Jahrhundertwende ließ diese oft in der Emigration nach Übersee ihre einzige Chance sahen.

Epilog "Der Amerikaner" von Christian Putz: Eine "Wirtshausdiskussion", mit einer Gegenüberstellung der Chancen in der neuen Zeit mit jener um die vorige Jahrtausendwende.
Musik: Franz Stangl, mit dabei sein "Cantus Felix", die Taburizza Güttenbach und Prostrum (H), die Spielmusik Boglya (H) und die Hans Samer-Band (Roma).


Stangl-Motzl und Familie - Manfred Semlers Paraderolle
 
2000: Landeshauptmann Karl Stix ehrte den künstlerischen Leiter Frank Hoffmann, für die Inszenierung der "Landflucht", einem Stück burgenländischer Geschichte, mit dem großartigen Ensemble der BURGSPIELE GÜSSING.

Das große Ehrenzeichen des Burgenlandes schien ein triftiger Grund, auf Wunsch des Regisseurs das Erfolgsstück "Landflucht" noch einmal auf den Spielplan zu setzen. Der fulminante Erfolg der Uraufführung konnte nicht mehr erreicht werden, doch schien die eingeschlagene Weg richtig, weiterhin Stücke aus der Geschichte der Region zu bringen.


Eine Wallfahrt als Vorwand für die Landflucht

 
2001: "Der Kampf ums Recht" war der Titel des Romans von J. Karl Homma, auf dem die Spielfassung von Frank Hoffmann (nach einem Entwurf von Christian Putz) basiert.

4.500 Besucher sahen ein Schauspiel über Macht- und Intrigenspiele an Hand des Beispiels des Marktes Pinkafeld, in der ausklingenden Zeit der Feudalherrschaft.
Otto Konrad und Manfred Semler boten in den Hauptrollen großartige Leistungen, und der Rest des Ensembles rundete die Darbietungen eindrucksvoll ab.


Jost Schröck (Manfred Semler) im Mittelpunkt der Intrige
   
2002: "Am Grenzweg" - vom Leben und Tod des Betyáren Savanyú Jóska - handelte vom letzten legendären 'Bakony-Wald-Räuber', der Ende des 19. Jhdt. mit seinen Kumpanen auch die Wälder des Südburgenlandes durchstreift hatte. (Konzept und Regie Frank Hoffmann, nach den vom Burgverein zur Verfügung gestellten Gerichtsprotokollen aus Steinamanger).

Der zu lebenslangem Kerker verurteilte Savanyu Jóska findet nach seiner Begnadigung nicht mehr ins Leben zurück - und macht diesem in der von ihm als ehrenhaft empfundenen Art selbst ein Ende.
Ein Spiel, in dem nicht nur gesellschaftlich unterschiedliche Schichten aufeinander prallten.
Es schien dies bis auf weiteres das letzte Stück aus der unmittelbaren Geschichte der Region sein...


Savanyú Joska (M. Semler), der gefürchtete
Räuber aus dem Bakony-Wald
   
2003: "Der Güssinger JEDERMANN"
Zum Jubiläum "10 Jahre BURGSPIELE GÜSSING" gab es ein Spiel "vom Leben und Sterben des reichen Mannes", konzipiert und inszeniert von Frank Hoffmann, nach Vorlagen früher Fassungen, in das auch Elemente aller im pannonischen Raum gesprochenen Sprachen einflossen.

Eine neue Bühnenkonstruktion, prächtige Kostüme von den Bundestheatern; und technische Spielereien gaben dem groß angelegten Schauspiel den nötigen Rahmen. Das vom Regisseur in einigen Positionen veränderte Ensemble der Burgspiele wurde der großen Aufgabe gerecht, und mit 6000 Besuchern gab es einen neuen Rekord.


Jedermann (O. Konrath) und seine 'Tafelfreunde'

   
2004: "Die Kreuzelschreiber"
Der Burgverein suchte den Weg zurück ins Theater mit regionalem Bezug, und mit Ludwig Anzengruber ging es ins 2. Jahrzehnt: Das erfahrene Ensemble (Regie Frank Hoffmann) brachte die Komödie mit dem ernsten Hintergrund religiös-gesellschaftlicher Agitation mit Bravour über die Bühne.

5500 Besucher erlebten in zehn Spieltagen ein ambitioniertes Ensemble, das Anzengrubers feine Pointen ausgezeichnet umsetzte. Berührend die mit scheinbarer Leichtigkeit vermittelte Weisheit des Steinklopferhanns (Manfred Semler), eines an der unbarmhärzigen Härte des Lebens gereiften Außenseiters. Beklemmend, wie der alte Brenninger (Szabo Sándor) das Publikum zu lachenden Beifall animierte, bis diesem das Lachen im Halse stecken blieb ...


Wirtshaus-Szene in "Die Kreuzelschreiber"
   
2005: "Ich, Andreas Baumkircher" - Das Spiel vom tragischen Ende des Ritters Andreas Baumkircher (Burgherr von Schlaining, Ritter im Dienste Kaiser Friedrichs III., der 1459 auf Burg Güssing zum ungarischen Gegenkönig gewählt worden war), brachte eine Zesur:

Erhard JUNGNIKL, erfahrener Regisseur und Filmemacher, übernahm die künstlerische Leitung. Mit Gabi Leonhard und Klaus Stöger konnten zwei ehemalige Mitglieder des Ensembles wieder gewonnen werden, die zusammen mit Toni Bereczki und Manfred Hotwagner ein großartiges Team für die spannende Geschichte bildeten.
Den gerechten Lohn für treue Dienste fordernd, war "Der Baumkircher" zu Verhandlungen in die Festung Graz gelockt worden, bei freiem Geleit bis zum Vesperläuten ...
Vorlage für das beim Dramenwettbewerbes für die Grazer Schlossbergspiele 1938 preisgekrönte Stück von Josef Otto Lämmel war Peter Roseggers Erzählung "Spitzbuamgschichtl va da Grazer Gschloußberguhr".


"Der Baumkircher "(Klaus Stöger) und seine ehem. Geliebte
und nunmehrige Gegenspielerin (Gabi Leonhard)
       
2006: "Der Verschwender" von Ferdinand Raimund
Eine fantastische Geschichte vom Übermut in guten Zeiten, von der Herausforderung des Schicksals, ist das reifste Schauspiel des großen österreichischen Dramatikers. Regisseur Erhard JUNGNIKL hat das Stück mit dem ambitionierten Ensemble der Burgspiele in Szene gesetzt, mit Manfred Hofer und Eva Zankl als Valentin und Rosa, sowie Peter Wechselberger in der Titelrolle.

Neben den bekannten Melodien von Konradin Kreutzer gab es auch Neues von Franz Stangl zu hören, mit Anleihen aus dem burgenländischen Volksliedgut.

Der große Erfolg beim Publikum und die guten Kritiken in den Medien waren Anlass, 2007 noch einmal ein Stück von F. Raimund auf den Spielplan zu setzen ...

Leider war "Der Verschwender" die letzte Inszenierung von Erhard Jungnikl - zu sehr hatten ihm die Querelen um die Burgspiele zu schaffen gemacht ... Sein freiwilliger Abgang von der Bühne des Lebens (ein Jahr nach dem Abschied von seinen geliebten Burgspielen) hat uns alle sehr getroffen. Erhard, wir danken Dir für Deine Freundschaft und Deine ausgezeichnete Arbeit. Der Burgverein und "Dein" Ensemble werden Dir stets ein ehrendes Andenken bewahren!


Flottwell (Peter Wechselberger), Rosa (Eva Zankl)
und Valentin (Manfred Hofer) 'zum guten Schluss'.

   
2007: "Der Bauer als Millionär" von Ferdinand Raimund brachte einen neuen Impuls: Nachdem der Burghof als Spielort nicht mehr zur Verfügung stand, wurde auf dem Festgelände am Fuß der Burg eine Festspielbühne geschaffen, die den Anforderungen dieses Zaubermärchens gerecht wurde.
Getragen von Raimunds wunderbar tiefsinnigen Humor, schaffte der als Operntenor international erfolgreiche Laszlo Maleczky eine über weite Strecken musikalisch getragene Aufführung, mit viel Gesang und Life-Musik.
Manfred Hofer
(Fortunatus Wurzel) fand sich in einem Reigen von jungen Darstellern, aus dem stellvertretend für alle Sandra Zankl (Lottchen) und Andreas Fandl (Fischer-Karl) genannt seien - zu groß ist die Zahl der großartigen (vom Regisseur zu Höchstleistungen angespornten) Talente, um hier vollständig aufgezählt zu werden. Erstmals gab es auch eine Live-Band für die musikalische Begleitung des Stückes, in der auch die in Frankreich lebende Güssingerin Sabine James auf ihrer weißen Harfe mitwirkte. Sie sollte den Burgspielen auch in den folgenden Jahren erhalten bleiben ...

2007: "Das Mädchen aus der Feenwelt" war der Titel eines Singspiels 'von Kindern für Kinder' gespielt, aus der Feder und in der Regie von Laszlo Maleczky.Ferdinand Raimund hatte für das Stück den Untertitel Ferdinand Raimund hatte dies als Untertitel für seine Komödie "Der Bauer als Millionär" gewählt.

Beide Stücke waren ein großartiger Erfolg für die BURGSPIELE GÜSSING 2007, mit insgesamt rund 6000 Besuchern. In der kommenden Saison sollte diese neue Linie noch verstärkt fortgeführt werden - und die Erwartungen waren sehr hoch!


Eine neue Bühne, die "alle Stückln spielt"


U
mjubelte Premiere des Singspiels

   
2008: "Der böse Geist Lumpazivagabundus" von Johann Nestroy war ein weiterer Meilenstein in der Erfolgsgeschichte der BURGSPIELE GÜSSING. Viele neue Gesichter im Ensemble brachten - wie fast jedes Jahr - neuen Schwung, wobei der Zulauf der Jugend besonders erfreulich war. Aber auch für die reiferen Jahrgänge gab es wieder wunderbare Rollen, und die Medien- und Publikumsmeinungen waren euphorisch.
Ob Manfred Doncsecs in der Titelrolle, Andreas Fandl, Markus Flenner und Toni Beretzki als "liederliches Kleeblatt", Angelika Muik und Melanie Kroboth als konkurrierende Feen, oder die singenden Schwestern Barbara Graf-Brauneder und Petra Schmidt - sie sind nur die Exponenten im großartigen Gesamtbild des Ensembles, das von Laszlo Maleczky und seiner künstlerischen Assistenz zu kaum vorstellbaren Leistungen geführt wurde.

2008: Das Jungendensemble konnte an den Triumph des Vorjahres nicht nur anschließen, sondern diesen mit Maleczkys "Lump-zapadump-Lumpazi" (ein Mini-Musical, frei nach Nestroy) noch übertreffen. Erfrischend, was die Jungen an Darstellungskraft und Gesang geboten haben. Die intensive Arbeit von Laszlo Maleczky und seiner künstlerischen Assistenz Sonja Angelina Defner/Philipp Maria Krenn machte sich bezahlt - und der Andrang, im nächsten Jahr dabei sein zu dürfen, war enorm.
Nicht zu vergessen: Der Einsatz der Eltern, die das Ergebnis durch ihre Bereitschaft, auch bei den Aufführungen im Bühnenteam mit getragen haben. Danke!
Schließlich sei das gelungene Arrengement der beiden Produktionen erwähnt, von Herbert Kopitar und in der Live-Band des "Lumpazivagabundus" hervorragend umgesetzt.

Das Publikum (wieder ~ 6000) und die kritischen Medien haben dies alles äußerst positiv aufgenommen - und die Latte für 2009 (mit einem neuerlichen Nestroy-Hit) lag damit entsprechend hoch...


Das Ensemble nach der letzten Vorstellung
"Der böse GeistLumpazi Vagabundus"


Das Junge Ensemble mit dem Mini-Musical "Lump-zapadump-Lumpazi" von Laszlo Maleczky.

   
2009: "Der Talisman" - ein weiteres Nestroy-Highlight, sah Laszlo Maleczky zwar noch als künstlerischen Leiter der Burgspiele 2009, doch machte ihm sein Engagement bei der in Deutschland und international mit fantastischem Erfolg agierenden Klassik-Pop-Formation ADORO einen persönlichen Einsatz in Güssing unmöglich. Er hatte jedoch vorgesorgt - und mit dem "Damen-Team" Mara Kömives (Regie), Christine Beinl (Assist) und Annette Brunnader (Choreografie) einen vielversprechenden Ersatz bereit. Die Proben begannen früh und intensiv, doch die räumliche Distanz zum "Chef" war trotz des enormen Einsatzes aller Akteure schwer zu überbrücken.
Dann folgte die Katastophe eines Jahrhundert-Hochwassers - mit dreimaliger Überflutung des gesamten Festspielgeländes innerhalb von vier Tagen! Ganze zwei Wochen blieben, um unter schwierigsten Bedingungen die Proben zu Ende zu führen, das Bühnenbild fertig zu stellen - und den fast völlig zerstörten Bühnen-Unterbau notdürftig zu sanieren. Ein Wunder, dass dies in der kurzen Zeit zustande kam! Ein Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben!

Trotz dieser großen Probleme gelang dem Ensemble um Andreas Fandl (Titus Feuerfuchs) und Sandra Zankl (Salome Pockerl) eine viel beachtete Aufführung des Nestroy-Klassikers auf die Bühne zu bringen. Das Unbillen des Wetters, den ganzen Sommer über, ließen leider den erhofften Publikumserfolg nicht zu.

2009: 2011:Didus Feuerkopf" war der Titel des von Laszlo Maleczky geschriebenen 'Mini-Musicals' für das Jugend-Ensemble, mit Thomas Schmidt in der Titelrolle, und Pia Kedl als Salome. Eine neuerliche Talentprobe der Jugend, die gerne 'ihren' Laszlo um sich gehabt hätte...
Jedenfalls war es neuerlich ein Versprechen für die Zukunft - und ein Auftrag an die Verantwortlichen des Burgvereins, die begonnene Arbeit fort zu setzen, trotz der schwierigen Situation wegen der weiterhin fehlender Förderung seitens der Kulturbehörden.
An dieser Stelle ein herzlicher Dank an die Stadtgemeinde Güssing -mit Bürgermeister Peter Vadasz an der Spitze - die den Weiterbestand der Burgspiele Güssing durch ihre Unterstützung möglich macht!

Erstmals konnte für dasBühnenbild der in Güssing tätige Graphiker und freischaffende Maler Heinz Gurdet gewonnen werden.


Das Hochwasserkatastrophe brachte beinahe
das Aus für die Burgspiele 2009! Doch mit großem
Einsatz wurde die Bühne rechtzeitig fertiggestellt!

   
2010: "Ein idealer Gatte" war der Titel des Erfolgsstücks von Oscar Wilde,
mit dem der burgenländische Autor, Musiker und Entertainer Friedl Gamerith,
mit dem die dessen London-Bezug sein Debut als künstlerischer Leiter der Burgspiele Güssing feierte. Mit der von ihm selbst vorgenommenen Übersetzung konnte er als profunder Kenner der High-Society-Szene Englands (nach 10jähriger Arbeit als Pianist und Entertainer in London) mit dem stark verjüngten Ensemble der Burgspiele mit einem Ergebnis aufwarten, wie man es in den künsten Träumen nicht erwartet hätte.

Die Medien waren voll des Lobes, und das Publikum war entzückt! Christian Unger und Elisa Mandl als Ehepaar Chiltern, Paul Groß und Anja Becha als Lord Goring und Mabel Chiltern, Eva Zankl als intrigante Lady Cheveley, Manfred Hofer als kauziger Lord Caversham - mit ihrer brillianten Sprache und ebensolcher Spielfreude - sie waren sie die Exponenten eines tollen Ensembleerfolges.
Auch die gestaltete Bühne ('ein homogenes Bühnenbild (von Heinz Gurdet), ohne amateurhafte Einblicke', wie die Presse wohltuend vermerkte), sowie das Bemühen um ein angenehmes Ambiente, mit "englischem Rasen" vor der Bühne, und einem liebevoll gestalteten Pausenhof trugen zu einer gelungenen Aufführungsreihe bei. Schade nur, dass der August 2010 mit seinen Wetterkapriolen einen größeren Publikumserfolg verhinderte.

2010: "Das Gespenst von Canterville" war die mit Spannung erwartete Begleitproduktion (erstmals in voller Schauspiellänge, mit 20 Minuten Pause). Das Jugenensemble um Constatin Muik (als Gespenst) konnte das von Friedl Gamerith geschriebene Schauspiel mit Gesang (frei nach Oscar Wildes Erzählung) in der Regie der in Paris lebenden Burgenländerin Sabine James prächtig umsetzen. Der Premierenerfolg brachte beste Werbung für die folgenden Aufführungen, und die beiden letzten Sonntagsvorstellungen waren völlig ausverkauft!
Die Vereinsleitung nimmt den 'Auftrag' zur Kenntnis und ist bemüht, auch 2011 wieder ein Stück für die Jugend auf die Beine zu stellen; es wird jedoch großer Anstrengungen bedürfen, dies bei der dzt. Förderungslage auch zu finanzieren...

2011: "Charleys Tante" war von Brandon Thomas war der nächste Streich von Friedl Gamerith, mit dem die Burgspiele die im Vorjahr eingeschlagene Linie der "Englischen Gesellschaftskomödie" fortsetzten. Seine gefühlvoll übersetzte Version des turbulenten Lustspiels hatte er mit schmissigen und tw. hintergründigen Liedern aufgeputzt - und damit allen, die lediglich auf seichte Unterhaltung gefasst waren, eines besseren belehrt. Dass mit diesen (choreographisch bestens unterstützten) Songs das sehr jungen Ensemble (ergänzt mit der köstlich amüsanten "Elite"-Truppe der Oldies) auch gesanglich voll überzeugen konnte, überraschte selbst die Insider.

Zu Elisa Mandl und Anja Becha gesellten sich aus dem Jugendensemble Pia Kedl und Lena Poglitsch, Paul Grosz und Christian Unger erhielt mit dem jungen Thomas Schmidt und "Heimkehrer" Andreas Malits (als umwerfende "Charleys Tante") Verstärkung, und der alte Haudegen Josef Karner konnte als Mr. Pettique überzeugen.
Im Vorjahr hatte man gefragt, ob das Ensemble die gebotene Leistung wird halten können. Kritiker und Publikum meinten, heuer hätte man neue Maßstäbe gesetzt!

2011: "Peter Pan" von James Matthew Barrie. Sabine James hat die Geschichte vom Jungen, der nie erwachsen werden möchte, einfühlsam übersetzt und in einer dem Ensemble entgegenkommenden Spielfassung inszeniert. Helen Kulovits als Peter Pan, Lena Poglitsch als Wendy und Anna-Maria Sagmeister als Tinkerbell waren wohl die Higlights, aber auch Constantin Muik als Mr. Darling und Captain Hook, die Darlings, die Piraten, die Verlorenen Jungs und wie sie alle hießen, brachten großartige Leistungen, und lassen für die Zukunft der Burgspiele auf Großes hoffen. Nicht zu vergessen die wunderbaren Lieder und die Musik von Friedl Gamerith, die wesentlich zum Publikumserfolg beitrugen. Unerfüllt war nur der Wunsch nach Sommerwetter...

Noch intensiver war die Arbeit am Bühnenbild: Der thematischen Unterschied der beiden Produktionen verlangte dem Bühnenbildner Heinz Gurdet einiges ab, was er jedoch mit Bravour meistertern konnte. -

Trotz aller Mühen uns Sorgen um die finanhzielle Bedeckung wird der Burgverein auch im nächsten Jahr bemüht sein, beide Produktionen fort zu führen. Die Leistungen der Jugend sind Auftrag und Ansporn dazu.

   
   

  update: 03-01-2012